Amtierender Welt- und Europameister Roman Apolonov will bei den World Games den Titel im Ju-Jutsu holen

Mi, 26.07.2017, 08.23 Uhr
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von Tonja Bröder
Der Wiesbadener Kurier berichtet

Bericht im Wiesbadener Kurier am 26.07.2017 von Markus Grendel

WIESBADEN/BRESLAU - Wenn Roman Apolonov am Donnerstag nach Breslau fliegt, freut er sich auf eine Premiere. Er war zwar erst im November 2016 bei den Ju-Jutsu-Weltmeisterschaften in der polnischen Metropole, aber dieses Mal fährt er zu den World Games. Der Kämpfer des JC Wiesbaden ist zum ersten Mal bei den Wettkämpfen nicht-olympischer Sportarten dabei, die alle vier Jahre ausgetragen werden.

Sein Ziel: der Titel. „Ich will da schon gewinnen“, sagt der 24-Jährige. Wer als amtierender Welt- und Europameister anreist, darf wahrscheinlich auch kein anderes Ziel haben. Doch die Konkurrenz ist stark. Fünf Kämpfer wollen ihm die Krone streitig machen. Der härteste Kontrahent ist der Ukrainer Bohdan Mochulski, den Apolonov im Juni bei den Europameisterschaften schlug. Damals war es ein einseitiger Kampf, doch unterschätzen will ihn der JCW-Athlet deswegen nicht, denn: „Mit Bohdan stand ich schon oft in einem Finale. Die Kämpfe waren meistens sehr spannend und ausgeglichen.“ Die weiteren vier Athleten in der Gewichtsklasse „Fighting Men“ bis 62 Kilogramm sind der Belgier Louis Cloots, der Niederländer Ecco van der Ver, der Kolumbianer Alejandro Ortiz und der Bulgare Radoslav Markov.

Ju-Jutsu ist frühestens für Olympia 2028 im Gespräch

Und so spulte Apolonov im Vorfeld der World Games Einheit für Einheit ab. Fünf Tage die Woche. Jeden Tag zwei, drei Trainingseinheiten. Kraft, Ausdauer, Technik und abends ging es zum Sparring auf die Matte. „Es ist ein großer Traum von mir und dafür arbeite ich auch hart“, betont Apolonov. Einen weiteren großen Traum hat der 24-Jährige auch noch: „Einmal an den richtigen Olympischen Spielen teilnehmen.“ Momentan ist es im Gespräch, dass Ju-Jutsu olympisch werden könnte. Zumindest die Mannschaftswettkämpfe, aber das wird frühestens 2028 passieren. Dann ist Apolonov 35. „Manche Kämpfer gehen bis sie 40 sind auf die Matte. In meiner Gewichtsklasse ist das aber die absolute Ausnahme“, erklärt der gebürtige Rastatter, der eine mögliche Teilnahme dennoch nicht ausschließen will: „Ich fühle mich fit und wenn ich bis 2028 immer noch so gut drauf bin, warum sollte ich nicht daran teilnehmen wollen.“

Jetzt liegt der Fokus aber erst einmal auf den World Games. Hier gilt es, auf den Punkt fit zu sein. In der Vorrunde stehen im kleinen Sechserfeld nur zwei Kämpfe an. Danach folgen direkt Halbfinale und Finale. „Da muss man direkt voll da sein und darf sich keine Schwäche erlauben, doch ich bin in meinem Kämpfen ruhig, ausgeglichen und mental sehr stark. Diese Herangehensweise hat sich bisher immer bezahlt gemacht“, betont Apolonov. An Breslau hat der Kampfsportler noch gute Erinnerungen. Trotz durchwachsener Vorbereitung kehrte der Wiesbadener von der Weltmeisterschaft 2016 mit zwei Goldmedaillen zurück nach Wiesbaden. Warum sollte es dann nicht dieses Jahr auch klappen? „Ich werde mein Bestes dafür geben“, sagt der 24-Jährige.

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