Erste Saisonniederlage gegen Backnang

Mo, 22.05.2017, 21.47 Uhr
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von Tonja Bröder
Der Wiesbadener Kurier berichtet

Link zum Artikel im Wiesbadener Kurier von Susan Dobias

WIESBADEN - Es knisterte vor dem letzten Kampf in der Judo-Bundesliga der Frauen zwischen dem gastgebenden JC Wiesbaden und den Gästen der TSG Backnang. Tanja Strecker musste gegen Romy Tarangul gewinnen, um für den JCW noch ein Unentschieden zu erreichen. 6:7 stand es nach 13 von 14 Kämpfen. Strecker gab alles, war am Ende jedoch der favorisierten Tarangul, immerhin Medaillengewinnerin bei Welt- und Europameisterschaften, durch Ippon unterlegen.

„Das hätte schon eine große Überraschung werden müssen“, bilanzierte Wiesbadens Teammanager Marcel Stebani. So verlor seine Mannschaft am Ende knapp mit 6:8 (3:4) und kassierte die erste Saisonniederlage nach zuvor zwei Erfolgen. Dadurch rutschte der JCW auf den dritten Tabellenplatz (4 Punkte) zurück, punktgleich mit dem Zweiten TSV Großhadern und Vierten Backnang sowie einen Zähler hinter Spitzenreiter JSV Speyer (5). „Natürlich ist die Enttäuschung groß. Wir hätten heute schon ins Finale einziehen können. Dann wäre Backnang weg gewesen“, erklärte Stebani. Zwischen diesen vier Teams werden die drei Finalteilnehmer ermittelt werden. „Das wird ein komplettes Chaos. Einer wird rausfallen. Ich hoffe nicht, dass wir das sind. Da ist jetzt richtig Feuer drin“, sagte Stebani. Auf Wiesbaden wartet noch der KSV Esslingen sowie Spitzenreiter und Europacupsieger Speyer.

Gastgeberinnen müssen gleich zehn Kämpferinnen ersetzen

Ins nächste Duell am 24. Juni in Esslingen geht der JCW als Favorit und mit wesentlich mehr Personal als am Samstag. Miriam Butkereit, Vivian Herrmann und die Niederländerin Karen Stevenson, die beim Judo-Grand-Slam im russischen Jekaterinburg antraten, Christina Faber, Tamara Ohl und Europameisterin Pauline Starke, die beim European Cup der U 21-Juniorinnen in Spanien weilten, sowie die Kadetten-Europacup-Teilnehmer Marlene Winter, Hanna Rollwage und die beiden Ballhaus-Schwestern Mascha und Seija konnten letztlich nicht ersetzt werden.

„Backnang war breiter besetzt, vor allem im Schwergewicht. Wir können aber nicht unzufrieden sein mit der Leistung. Es war sehr eng, sehr spannend. Wir hätten durchaus gewinnen können. Manchmal liegt es halt an der einzelnen Erfahrung der Athleten“, sagte Stebani. Gleich fünf Kämpfe wurden erst im Golden Score entschieden, wo sich letztlich nur das 17 Jahre alte Talent Dena Pohl in ihrem ersten Kampf in der Klasse bis 63 Kilogramm durchsetzen konnte. Arleta Podolak, Roxane Taeymans sowie Renee Lucht in ihren beiden Kämpfen gegen die körperlich stärkere Büssow unterlagen in der Verlängerung. Die junge Teresa Zenker kassierte in ihrem ersten Fight gegen die erfahrene Niederländerin Antionette Hennik drei Sekunden vor Schluss einen Waza-Ari. „Das passiert. Das kann man einer 18-Jährigen nicht vorwerfen. In einem halben Jahr passiert ihr das nicht mehr. Im zweiten Kampf hat sie klargestellt, was sie kann“, sagte Stebani. Da ließ Zenker, die im September noch zur Junioren-Europameisterschaft und im Oktober zur Weltmeisterschaft will, mit einem geworfenen Waza Ari, einer Festhalte sowie einem Ippon durch Hebel nach der Festhalte ihr Talent aufblitzen.

Stebani sieht knappe Pleite von Podolak als Knackpunkt

Als Knackpunkt für die Niederlage sah Stebani den Kampf zwischen den beiden Olympia-Teilnehmerinnen Podolak und Tarangul. „Das war schade, dass der im Golden Score verloren ging. Das wäre am Ende das Unentschieden gewesen.“ Statt 4:3 hieß es nach sieben Begegnungen 3:4. Weitere knappe Niederlagen nach der Pause folgten. „Ich wollte es für uns nach Hause bringen. Aber so ist das im Judo. Ein falscher Schritt und so schnell kann es vorbei sein“, erklärte Fliegengewicht Lisanne Sturm nach ihrem Kampf und dem 3:7. Die Aufholjagd bis zum 6:7 nach Siegen von Marina Cherniak, Pohl und Zenker wurde am Ende jedoch nicht mehr belohnt. „Ich möchte ins Finale. Daher müssen wir in Esslingen gewinnen. Wir sind die Favoriten, sie sind aufgestiegen“, gibt Sturm die Marschroute klar vor.

JC Wiesbaden – TSG Backnang 6:8. – 1. Durchgang, bis 70 kg: Opitz – Böhm 0:10, über 78 kg: Lucht – Büssow 0:7, bis 48 kg: Cherniak – Kraft 7:0, bis 52 kg: Sturm – Sommer 10:0, bis 63 kg: Pohl – Beischmidt 10:0, bis 78 kg: Zenker – Hennik 0:7, bis 57 kg: Podolak – Tarangul 0:10. – 2. Durchgang, bis 70 kg: Taeymans – Hennik 0:1, über 78 kg: Lucht – Büssow 0:7, bis 48 kg: Sturm – Kraft 0:7, bis 52 kg: Cherniak – Sommer 7:0, bis 63 kg: Pohl – Stiebling 10:0, bis 78 kg: Zenker – Weyner 10:0, bis 57 kg: Strecker – Tarangul 0:10.

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