Bundesliga-Frauen besiegen Deutschen Meister zum Saisonauftakt

Sa, 29.04.2017, 22.22 Uhr
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von Tonja Bröder
8:6 (68:51) Heimsieg gegen TSV Großhadern

Mit 8:6 gelang unseren Frauen ein optimaler Saisonauftakt. Und das gegen niemand geringeren als dem amtierenden Deutschen Meister 2016, dem TSV München Großhadern. Nach packenden Duellen stand es zur Halbzeit noch 3:4 für die Gäste aus dem München Südwesten, bevor unser junges Team mit einem 5:2 im zweiten Durchgang das Ergebnis noch drehte.

Allerdings mussten beide Teams auf diverse Leistungsträger und Nachwuchsathleten verzichten. Bei uns fehlten unter anderem Vivian Herrmann und Miriam Butkereit, die mit der Nationalmannschaft auf dem Weg nach Südkorea sind. Auch die Youngster wie Hannah Opitz, Marlene Winter, Laya Meister, Hanna Rollwage und die Ballhaus-Schwestern konnten nicht dabei sein, da sie alle beim Cadet European Cup in Berlin weilen. Großhadern musste unter anderem auf die Stoll-Schwestern sowie die EM-Bronzemedaillengewinnerin Carolin Weiß verzichten.

 

Renee Lucht konnte erstmals für uns auf die Matte gehen, nachdem die 18-Jährige die vergangene Saison verletzungsbedingt passen musste. Sie bezwang im Auftaktkampf Lisa Dollinger, die noch vor wenigen Wochen Silber beim World Cup in Sofia gewann.
Tamara Ohl dominierte zwar ihren Kampf, doch eine kleine Unachtsamkeit wenige Sekunden vor Ende brachte ihrer Gegnerin eine Wertung ein, die mangels Zeit nicht mehr wettzumachen war.
Anschließend debütierte Dena Pohl in der Bundesliga. Die 17-Jährige lieferte einen starken Kampf gegen die mit unzähligen World Tour Medaillen dekorierte Viola Wächter. Der Kampf war vier Minuten lang auf Messers Schneide, Dena brachte ihre Kontrahentin oft in Bedrängnis, doch am Ende setzte sich die Erfahrung von Viola Wächter durch. Den Ausgleich für uns stellte Junioren-Europameisterin Pauline Starke her, die an diesem Tag ihren lupenreinen Bundesliga-Kampfrekord ausbaute.
Das nächste Debüt sollte folgen. Kathrin Losert kämpfte eine Gewichtsklasse höher, doch gegen Alexandra Gantner war der Gewichtsunterschied zu hoch.
Den vielleicht sichersten Punkt sammelte anschließend unsere Niederländerin Karen Stevenson ein, die eine Woche zuvor erst den fünften Platz bei den Europameisterschaften in Warschau belegte.
Zu einem spannenden Abschluss des ersten Durchgangs kam e sin der Leichtgewicht-Begegnung. Mit Milica Nikolic (Großhadern) und Maryna Cherniak (JCW) stand zwei Kaliber auf der Matte, die als Nummer fünf und acht der Weltrangliste genannt werden. Die erste Wertung sicherte sich Cherniak für den JCW, bevor sie zwei Sekunden vor Ende den Ausgleich hinnehmen musste. Somit ging es in den Golden Score. Nach weiteren 70 Sekunden kam die serbische U23-Europameisterin Nikolic mit einer Wurfaktion durch und sicherte den Gästen die 4:3 Halbzeitführung. Jetzt ging es erstmal in die Pause, doch verloren war noch nichts.

Die Anspannung war den Trainern anzusehen. Für den zweiten Durchgang müssen mindestens zwei Kämpferinnen in jeder Mannschaft ein- resp. ausgewechselt werden. Jetzt galt es, die richtigen sieben Damen für den zweiten Durchgang aufzustellen.

Erneut ging Renee Lucht als Erste für den JCW auf die Matte und es stellte sich direkt unter Beweis, dass es ein taktischer Durchgang wird. Ihre Gegnerin nahm den Kampf nicht auf und schenkte ab. Taktisch sollte es auch weitergehen.
Unser Leichtgewicht Lisanne Sturm wurde eine Gewichtsklasse höher aufgestellt und das sollte sich bezahlt machen. Nach ca. drei Minuten kam Lisanne mit einer Würgetechnik durch und zwang ihre Gegnerin zur Aufgabe. Damit waren wir seit langem wieder vorne.
Es folgte das Re-Match zwischen Dena Pohl und Viola Wächter. Es war erneut ein enges Duell und auch diesmal hätte die junge Potsdamerin durchaus den Sieg verdient gehabt. Eins ist aber sicher, Dena wird uns noch viel Freude bereiten.
In der Klasse bis 57 kg kam es zur Neuauflage des Finals der Deutschen Juniorenmeisterschaft zwischen Pauline Starke und Jana Ziegler. Pauline setzte sich nach 1:14 Minuten durch und baute ihre Bilanz weiter aus.
In der Klasse bis 70 kg stellte sich Swantje Kaiser in den Dienst der Mannschaft und gab taktisch kampflos den Punkt ab. Nach einem Kreuzbandriss im vergangenen Jahr, kann sie noch nicht kämpfen, aber bald dürfen wir uns auf ihr Comeback freuen. Zwischenstand war nun 6:6 und noch zwei Duelle standen aus.
In der Klasse bis 78 kg kämpfte erneut Karen Stevenson. Diesmal aber gegen Lisa Dollinger. Nach der regulären Kampfzeit hatten beide einen Shido und es sollte in den Golden Score gehen. Hier hatte Karen deutlich die Oberhand und nach etwa einer Minute folgte die zweite Bestrafung für Dollinger und der siebte Punkt für uns. Jetzt hieß es Unentschieden oder Sieg.
Den Abschluss machten erneut Cherniak und Nikolic. Und die beiden mögen es spannend. Es ging wieder in den Golden Score. Nach wenigen Sekunden setzte Maryna die erste Innensichel an und warf ihre Gegnerin auf die Seite für Waza-Ari. Das war der Sieg für uns und die Freude im Team war riesig.

 

Der Saisonauftakt hätte nicht besser laufen können. Wir sind stolz auf unser Team und die tolle Moral, dank der wir den Rückstand kippen konnten.

Gleich den amtierenden Deutschen Meister zu schlagen, ist ein echtes Ausrufezeichen. Vor allem bedeutet das wichtige Punkte für uns auf dem Weg zur Teilnahme an der Finalrunde.

 

Die Duelle im Überblick

1. Durchgang:

Renee Lucht vs. Lisa Dollinger 10:0

Tamara Ohl vs. Sara Friess 0:7

Dena Pohl vs. Viola Wächter 0:7

Pauline Starke vs. Kim Altkorn 10:0

Kathrin Losert vs. Alexandra Gantner 0:10

Karen Stevenson vs. Claudia Probst 10:0

Maryna Cherniak vs. Milica Nikolic 0:7

 

2. Durchgang:

Renee Lucht vs. Eliana Pielmeier 10:0

Lisanne Sturm vs. Sara Friess 10:0

Dena Pohl vs. Viola Wächter 0:10

Pauline Starke vs. Jana Ziegler 10:0

Swantje Kaiser vs. Alexandra Gantner 0:10

Karen Stevenson vs. Lisa Dollinger 1:0

Maryna Cherniak vs. Milica Nikolic 10:0

 

Endstand 8:6 (68:51)

Hier die Ergebnisse im Detail.

 

Marcel Stebani, Team-Manager

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