Schäfer und Wieczerzak sind Hessens Sportler des Jahres

Mo, 25.09.2017, 20.19 Uhr
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von Tonja Bröder
Der Landessportbund Hessen berichtet

16. Olympische Ballnacht des Landessportbunds Hessen
Bericht vom Landessportbund Hessen am 24.09.2017

Carolin Schäfer und Alexander Wieczerzak sind Hessens Sportler des Jahres 2017. Die Ehrung der Siebenkämpferin von Eintracht Frankfurt und des Judokas, der für den JC Wiesbaden an den Start geht, war einer der Höhepunkte der 16. Olympischen Ballnacht des Landesportbundes Hessen e.V. im Kurhaus Wiesbaden. 2.200 Gäste, darunter Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier und Innenminister Peter Beuth, feierten hier unter dem Motto „Leidenschaft verbindet“ bis spät in die Nacht und erlebten eine kurzweiliges Programm in einer festlich-fröhlich-familiären Atmosphäre.

„Wir sind stolz auf unsere Hessens Sportlerinnen und Sportler. Und dass wir die Ballnacht gemeinsam mit Menschen feiern dürfen, die ein Herz für den Sport haben und die Leistungen, die unsere Sportlerinnen und Sportler, Trainer und Betreuer erbringen anerkennen, ist besonders schön“, so Dr. Rolf Müller, Präsident des Landessportbundes Hessen. Eine Auffassung, die Ministerpräsident Volker Bouffier teilte. „Viele Sportlerinnen und Sportler trainieren hart, sind erfolgreich und können trotzdem vom Sport nicht leben. Die Olympische Ballnacht ist ein hervorragendes Forum, um alle Athletinnen und Athleten ins Rampenlicht zu stellen und ihnen Danke zu sagen. Nicht zuletzt, weil sie für viele Nachwuchssportlerinnen und -sportler absolute Vorbilder sind “, so Bouffier.
Gewählt hat die Sportler des Jahres übrigens eine Jury aus Chefredakteuren und Sportressortleitern hessischer Medien. Die Entscheidungen waren zum Teil sehr knapp.

Mannschaft des Jahres wurden die United Volleys aus Frankfurt, in der Kategorie Sportler mit Behinderung erhielt die Skiläuferin Noemi Ristau von der SSG Blista Marburg die meisten Stimmen. Nachwuchssportlerin des Jahres wurde die Wiesbadener Bobsportlerin Kim Kalicki. Zu Hessens Trainer des Jahres wählte die Jury Leichtathletiktrainer Jürgen Sammert, der Carolin Schäfer auf dem Weg zur WM-Silbermedaille begleitet hat.

Judo-Weltmeister Wieczerzak, der seinen Titel erst Ende August gewonnen hatte, setzte sich quasi auf der Zielgeraden gegen Sönke Rothenberger, Christian Reitz und Marco Koch durch.

Das Preisgeld in Höhe von insgesamt 5.500 Euro ( je 1.000 Euro für die Sportler, Mannschaft und Trainer des Jahres sowie 500 Euro in der Kategorie Newcomer) hatte erneut die Spielbank Wiesbaden zur Verfügung gestellt.

Zu den Preisträgern:

Hessens Sportlerin des Jahres: Carolin Schäfer (LG Eintracht Frankfurt)
Nach 2014 ist Carolin Schäfer zum zweiten Mal zu Hessens Sportlerin des Jahres gewählt worden. Mit dem Gewinn der Silbermedaille bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften in London krönte die Siebenkämpferin, die für die LG Eintracht Frankfurt startet, eine Saison der Top-Ergebnisse. Nach vier persönlichen Bestleistungen bei den WM-Qualifikationswettbewerben in Götzis, wo sich Schäfer mit 6.836 Punkten endgültig in der Weltspitze etablierte und dem Sieg im Siebenkampf von Ratingen, den sie mit 6.667 Punkten gewann, bedeuteten die 6.696 Punkte von London ihre erste Medaille im Erwachsenenbereich. Zehn Jahre zuvor hatte die aus Bad Wildungen stammende Polizeikommissarin bereits Silber bei der U18-WM gewonnen, 2008 und 2009 sicherte sie sich WM- bzw. EM-Titel in der U20, was ihr damals die Auszeichnung „Hessens Newcomerin des Jahres“ bescherte.

Hessens Sportler des Jahres: Alexander Wieczerzak (JC Wiesbaden)
Er ist der erste deutsche Judo-Weltmeister seit 14 Jahren und hat mit seinem Titelgewinn eine ganz schwierige Phase seines Sportlerlebens erfolgreich überwunden. Alexander Wieczerzak war bereits 2010 U20-Junioren-Weltmeister geworden, 2015 gewann er bei den Europameisterschaften Bronze. Mit dem Titelgewinn endete für den Sportsoldaten und BWL-Studenten eine Leidenszeit, die 2016 mit einer Infektion mit dem Dengue-Fieber begann und ihn die Olympia-Teilnahme kostete. Es folgten ein Rippenbruch, eine Ellbogen-OP und ein Bänderriss im Knie, der sogar den WM-Start gefährdete. Nicht zuletzt deshalb bedankte sich der frischgebackene Weltmeister direkt nach dem Titelgewinn bei Nationaltrainer Richard Trautmann, der ihn trotz der Verletzungsgeschichte ins Trainingslager zur WM mitgenommen hatte. Diese Energieleistung hat die Jury so sehr beeindruckt, dass dem Judoka der Titel „Hessens Sportler des Jahres“ nicht mehr zu nehmen war.

Hessens Mannschaft des Jahres: United Volleys Rhein-Main
Zu Hessens Mannschaft des Jahres 2017 kürten die Juroren das Bundeslig-Team der United Volleys Rhein-Main. Nachdem die Volleyballer in ihrer ersten Bundesliga-Saison das Halbfinale der Play-offs um die Deutsche Meisterschaft und  im DVV-Pokal 2015/16 erreicht hatten, gelang es dem Team, diese Erfolge auch im zweiten Jahr zu bestätigen. Sie zogen erneut ins  Play-off-Halbfinale der Deutschen Meisterschaft ein. Beim ersten internationalen Start im europäischen CEV-Pokal spielte sich das Team ebenfalls bis ins Halbfinale, verlor dort aber gegen den späteren Titelträger Tours Volley-Ball aus Frankreich. In dieser Zeit brachte der Club, der auf junge deutsche Talente setzt, mehrere Nationalspieler hervor. Im Team, das bei den Europameisterschaften 2017 Silber gewonnen hat, standen mit  Tobias Krick, Julian Zenger und Moritz Karlitzek, sowie dem früheren United-Spieler Jan Zimmermann (Tours Volley-Ball)  insgesamt vier Spieler mit United-Volleys -Hintergrund auf dem Siegerpodest.

Hessens Trainer des Jahres: Jürgen Sammert
Jürgen Sammert ist Hessens Trainer des Jahres 2017. Der Trainer von Carolin Schäfer wurde von den Juroren für die Erfolge seines Schützlings ebenso ausgezeichnet, wie für seine Arbeit mit der zweiten hessischen Top-Athletin im Siebenkampf, Claudia Salman-Rath. Weiterhin leitete Sammert die Trainingsgruppe der Frankfurter Eintracht, zu der neben den beiden Siebenkämpferinnen auch weitere Athleten wie der Zehnkämpfer Jan Felix Knobel gehörten. Aufgrund seiner gesundheitlichen Probleme betreut Sammert inzwischen nur noch Carolin Schäfer und führte sie trotz aller Widrigkeiten, die mit seiner Gesundheit verbunden waren, zum Medaillengewinn bei der WM in London.

Hessens Sportlerin des Jahres mit Behinderung: Noemi Ristau (Blau-Gelb Marburg/SSG Blista)
Noemi Ristau ist Hessens Sportlerin des Jahres mit Behinderung. Die stark sehbehinderte (zwei Prozent Sehkraft) Para-Skifahrerin, die für Blau-Gelb Marburg/ SSG Blista startet, gehört zu den Besten der Welt in ihrer Disziplin und hat schon im Europacup in der vergangenen Saison auf sich aufmerksam gemacht. Gemeinsam mit ihrem Trainer und Guide Lucien Gerkau war sie in diesem Jahr erstmals bei Weltmeisterschaften erfolgreich. In Tarvisio (Italien) gewann sie die Bronzemedaille im Slalom und wurde 5. im Riesenslalom. An ihrem 26. Geburtstag ist die Wahl zur hessischen Behindertensportlerin des Jahres sicher ein schönes Geschenk.   

Hessens Newcomer des Jahres: Kim Kalicki (TuS Eintracht Wiesbaden)
Hessens Nachwuchssportlerin des Jahres kommt aus Wiesbaden, war früher Leichtathletin, zählte zu den besten deutschen Sprinterinnen ihres Jahrgangs und sorgt seit 2015 im Bobsport für Furore. Mit einem Deutschen Rekord im Anschieben (2015), einer Silbermedaille bei der Junioren-WM 2016 und einer Bronzemedaille bei der Junioren-WM 2017 verlief Kim Kalickis Karriere bis zu einer Trainingsverletzung ziemlich geradlinig. Nach acht Wochen Trainingspause zurück, und zunächst entsprechend schlechten Startzeiten zeigte Kalicki bei der WM fahrerische Brillanz und bewies, dass sie nicht nur am Start schnell ist. Ihre nächsten sportlichen Ziele sind die Qualifikation zum Weltcup und zu den Olympischen Spielen in Korea. Der Titel „Hessens Newcomer des Jahres 2017“ wird sicher eine weitere Motivation sein, diese Ziele auch zu erreichen.

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