Judo: Nordlicht Wiesbaden

Fr, 15.03.2019, 11.08 Uhr
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von Tonja Bröder
Der Wiesbadener Kurier berichtet

Bericht im Wiesbadener Kurier von Tobias Goldbrunner am 15.03.2019

Neuer Bundesliga-Modus, neue Halle, neuer Star: Die Frauen vom JC Wiesbaden können in dieser Saison Historisches schaffen.

WIESBADEN - Wenn die Frauen des Judo-Club Wiesbaden an diesem Samstag (17 Uhr) in die Bundesliga-Saison starten, ist vieles neu für sie: Die Hessinnen, bislang in der Süd-Gruppe zuhause, starten erstmals in der Nord-Staffel, bestreiten ihren Heimkampf zum Auftakt in der Halle am Platz der Deutschen Einheit (statt am 2. Ring) und mit Lisanne Sturm hat eine langjährige Leistungsträgerin das Team verlassen. Die 48-Kilo-Frau kämpft künftig für den JC 66 Bottrop – und steht dem Vorjahresdritten JCW damit direkt am ersten Kampftag gegenüber. Wir geben einen Überblick über die Veränderungen in der Liga und beim JCW – und gehen der Frage nach, ob es diesmal zum Titel reicht.

Warum tritt der JCW neuerdings im Norden an?

Die Süd-Teams dominierten zuletzt die Liga. Seit fünf Jahren hat der Norden keinen einzigen Sieg in der Finalrunde gefeiert. „Es gab daher Überlegungen beim Deutschen Judobund, wie der Norden aufgewertet werden kann“, erklärt JCW-Teammanager Marcel Stebani, gleichzeitig auch Mitglied der Liga-Exekutive. Aufgrund der geografischen Lage fiel die Wahl entsprechend schnell auf Wiesbaden. „Wir freuen uns auf neue Gegner und Städte“, sagt Stebani. Gleichzeitig ist der JCW nun Topfavorit auf den Staffelsieg. Wiesbaden erwartet zunächst Bottrop, danach geht es zum JC 71 Düsseldorf (27. April) und Brander TV (8. Juni).

Weshalb gibt es nur noch acht Teams im Oberhaus?

Im Norden sank die Zahl der Teams von fünf auf vier, im Süden von sechs auf vier. Mit dem Großhadern, Esslingen und Vorsfelde zogen drei Clubs aus finanziellen Gründen zurück, Zweitliga-Meister Hermannsburg (Norden) verzichtete auf den Aufstieg. „2020 werden beide Gruppen auf sechs Vereine aufgestockt“, so Stebani. Für 2019 heißt das: Der JCW darf sich keinen Fehltritt leisten, will er nach den drei Kampftagen die Nord-Meisterschaft bejubeln.
Wie hat der JCW seinen Kader verstärkt?
Um dieses Ziel zu erreichen, haben die Hessinnen weitere Topleute verpflichtet. Prominentestes Beispiel: Mit Giovanna Scoccimarro (bis 70 kg) holten Stebani und Co. die Junioren-Weltmeisterin von 2017 aus Vorsfelde. Auch Anne-Sophie Schmidt (bis 57 kg), Fünfte der U23-EM 2018, und Mira Ulrich (bis 48 kg), dreimalige DM-Zweite, gehören zur nationalen Spitze. Zudem sollen einige vielversprechende Talente aus dem eigenen Nachwuchs wie Neele Fabich (bis 48 kg), Amelie Kaiser (bis 52 kg) und Hanna Sedlmair (bis 57 kg), alle Jahrgang 2003, zum Zuge kommen. „Wenn wir Bottrop, sicherlich der stärkste Gegner im Norden, schlagen, können und wollen wir danach auch den jungen Leuten Einsätze geben“, kündigt Stebani an.

Welche Abgänge gibt es?

Bis auf Sturm konnten alle Leistungsträgerinnen gehalten werden. Die 26-Jährige suchte nach acht Jahren im Wiesbadener Bundesliga-Aufgebot eine neue Herausforderung. „Die Entscheidung fiel mir nicht leicht, aber nach dem Eintritt ins Berufsleben ist es manchmal an der Zeit, andere Wege zu gehen“, erläutert Sturm, die den JCW als „klaren Favoriten“ am Samstag sieht.

Steigt die Finalrunde erstmals in Wiesbaden?

Die Chancen stehen so gut wie noch nie, denn der Nord-Sieger richtet im Oktober die Finalrunde (mit den Top 3 aus Norden und Süden) aus. „Das wäre eine großartige Sache für uns“, hofft Stebani. Womöglich lädt der JCW dann erneut in die Halle am Platz der Deutschen Einheit. „Das ist logistisch eine Herausforderung für uns, aber wir freuen uns natürlich darauf.“

Wer sind die Favoriten auf den Meistertitel?

Im Norden sollte sich der JCW eigentlich keine Blöße geben, im Süden dürften die TSG Backnang, die 2017 und 2018 Meister wurde, beide Male in der Finalrunde Wiesbaden bezwang, und Vorjahresfinalist JSV Speyer den Sieger unter sich ausmachen. Im Halbfinale würde der JCW dann auf einen der beiden Clubs treffen. Stebani nennt Backnang als Topfavoriten auf den Titel. Vielleicht verhilft der mögliche Heimvorteil dem JCW aber auch zur ersten Meisterschaft?

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